Walberla 10.2016

Oktober 18, 2016 Leonhard Eichhorn Ausflüge

Nürnberg Loge im Deutschen Druiden Orden                                     

Führung erfolgt durch unser Mitglied Rüdiger Haagen (MdNL)

Keltenwanderung am 08.10.2016 auf den Berg der Franken, der Ehrenbürg

„Das Walberla“

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  1. Allerlei zum Berg
    1.1 Geologische Daten Allerlei zum Berg 1.1 Geologische Daten1.2 Namensherkunft
    1.2.1 Ehrenbürg
    Für die Herkunft des Namens Ehrenbürg liegen verschiedene Deutungsversuche vor.
    Menhofer leitet den Namen vom lateinischen arca (= Schutz) und der Endsilbe bürg (= Burg oder Schutzanlage) ab.
    Damit ergibt sich die Bedeutung des Wortes Ehrenbürg als schützender Raum oder die Burg, die Zuflucht gewährt.1.2.2 Walberla
    Landläufig wird der gesamte Berg Walberla genannt.
    Der Name Walberla leitet sich (wahrscheinlich) von der heiligen Walburga ab.
    Dieser Name wurde 1768 zum ersten Mal in Erlangen urkundlich in Zusammenhang mit den dortigen Studenten („aufs Walberla gehen“) erwähnt.

    Für die Ehrenbürg lässt sich durch Funde die Nutzung als Kultplatz der Kelten sowie als ein germanisches Heiligtum und anschließend auch als eine christlich geweihte Stätte nachweisen.
    Die Walburgis-Kapelle ist namensgebend für den Berg.

    2. Besiedelung
    2.1 Jungsteinzeitlichen Perioden 5500 – 2500 v. Chr
    2.2 Mittleren Bronzezeit um 1400 v. Chr.
    2.3 Bronzezeitliche Siedlung im 9. Jh. v. Chr.
    2.4 Besiedelung durch die Kelten in der Laténe A, Zeit 480 – 370 v. Chr.                              

    Die Ehrenbürg ist ein Zeugenberg (auch Ausliegerberg,
    ist eine Unterform des Inselbergs) , der durch den Ehrenbach
    von der Hochfläche der Fränkischen Alb abgetrennt wurde.

    Der etwa 1500 Meter lange und 300 Meter breite Berg
    ragt bis zu 250 Meter hoch über das auslaufende Wiesenttal.

    Er lässt sich grob in drei unterschiedliche Bereiche gliedern:
    im Süden der Rodenstein mit seinem Gipfel (532 m)
    und dem Schlaifhausener Kopf (512 m),
    in der Mitte ein weiträumiger Sattel und
    im Norden das Walberla mit dem Denkmalfels (514 m)
    und dem Geierswandkopf (523 m)

  2. Die Ehrenbürg ist ein Zeugenberg (auch Ausliegerberg,
    ist eine Unterform des Inselbergs) , der durch den Ehrenbach
    von der Hochfläche der Fränkischen Alb abgetrennt wurde.Der etwa 1500 Meter lange und 300 Meter breite Berg
    ragt bis zu 250 Meter hoch über das auslaufende Wiesenttal.Er lässt sich grob in drei unterschiedliche Bereiche gliedern:
    im Süden der Rodenstein mit seinem Gipfel (532 m)
    und dem Schlaifhausener Kopf (512 m),
    in der Mitte ein weiträumiger Sattel und
    im Norden das Walberla mit dem Denkmalfels (514 m)
    und dem Geierswandkopf (523 m)
  3. Wanderung auf der Ehrenbürg (ugs. Walberla) Die Ehrenbürg überragt das Wiesenttal um 200 – 250 m als weithin sichtbarer Inselberg. Der etwa 1500 m lange und bis zu 300 m breite Berg ist in 2 Teile gegliedert.
    Das nördliche Walberla verbindet ein breiter Sattel mit dem südlichen Rodenstein.Das 36 ha große Hochplateau ist mit einer dreiteiligen Wehranlage befestigt, bei es sich um eine Trockenmauer handelt.Der südliche Rodenstein ist zusätzlich befestigt und mit einem Tor ausgestattet, das nach Norden, zum Sattel der Ehrenbürg, gerichtet ist. Das nördlich gelegene Walberla ist durch eine kräftige von West nach Ost verlaufende Geländeschwelle gegliedert. Die südliche Hälfte der Walberla geht nach einer stärkeren Böschung in den Sattel der Ehrenbürg über.
    Auf diese Geländeschwelle setzte man eine Mauer, die sich heute noch als ein hoher Wall verfolgen läßt.Der stark nach außen geböschte nördliche Abschnitt des Walberla, der ebenfalls umwehrt ist, hat die Funktion einer Vorburg. Ob eine Lücke in dem großen Wall auf der Geländeschwelle als Pforte angesprochen werden kann, läßt sich jedoch nicht klar erkennen.

    Die beiden Randwälle im Sattelbereich weisen je ein Tor auf.
    Besonders ausgeprägt ist das typisch frühkeltische Haupttor der Befestigungsanlage in der Mitte der Westflanke, dessen 2 Wangen zangenartig in den Innenraum ziehen.

    Das Tor auf der Ostflanke ist weniger gut ausgeprägt. Vielleicht handelt es sich nur um eine Pforte zu den Quellen im Hangbereich.

    Einige Funde aus jungsteinzeitlichen Perioden (5500 – 2500 v. Chr) weisen auf erste Besiedlungsversuche des Hochplateaus hin.
    Zeittafel der Ehrenbürg

    Zeit Kultur Siedlungsart Funde
    Periode 1
    um 4000 v. Chr.
    Jungsteinzeit
    Michelsberger
    Kultur
    Siedlung im Sattelbereich Steingeräte
    Keramik
    Periode 2
    um 2500 v. Chr.
    Jungsteinzeit
    Schnurkeramische
    Kultur
    Kleines Lager im
    Sattelbereich
    Steingeräte
    Keramik
    Periode 3
    1400-800 v. Chr.
    Späte Bronzezeit
    Hügelgräberkultur
    Urnenfelderkultur
    befestigte Höhensiedlung
    des späten14. Jh. v. Chr.
    befestigte Höhensiedlung
    des 9. Jh. v. Chr.
    Bronzegerät
    Bronzewaffen
    Keramik
    Periode 4
    550-380 v. Chr.
    Frühe Eisenzeit
    Hallstattkultur
    frühe Laténekultur
    Kelten
    Stark befestigte
    frühurbane Siedlung
    mit zwei Toren
    und einer Akropolis
    auf dem Rodenstein
    Eisengeräte
    Bronzeschmuck
    Keramik
    mediterrane Funde
    Periode 5
    150-30 v. Chr.
    späte Eisenzeit
    späte Laténekultur
    Kelten
    Geringe Besiedlung
    im Sattelbereich
    Keramik
     

    Mit einer Reihe erstklassischer Fundstücke wird der Beginn einer dauerhaften Besiedelung in der mittleren Bronzezeit um 1400 v. Chr. angezeigt.
    Ihren ersten Höhepunkt erfährt diese Siedlung um 1300 v. Chr., als man sie mit einer mächtigen holzgestützten Trockensteinmauer befestigte. Die Mauer brannte im Zuge eines Schadenfalls ab.

    Wie groß der Umgriff dieses Feuers war und ob es die gesamte Befestigung ergriff, wissen wir nicht.

    Die Besiedelung der Ehrenbürg riss hingegen bis 800 v. Chr. nicht mehr ab. Einen zweiten Höhepunkt erfuhr die bronzezeitliche Siedlung im 9. Jh. v. Chr., in dem man diese abermals mit einer Trockenmauer befestigte, die durch senkrechte Pfosten gehalten wurde. Auch diese Mauer brannte durch ein Schadensfeuer ab und wurde nicht wieder aufgebaut.

    Die Befestigungsanlagen

    Die Befestigungsanlagen auf der Ehrenbürg gehören zu den aufwändigsten ihrer Art in Bayern. Von allen drei bedeutenden Perioden der späten Bronzezeit (13. – 9. Jh. v. Chr.) und der frühkeltischen Periode (5. Jh. v. Chr.) sind jetzt nur noch die Mauer- und Tor-Ruinen des 5. Jh. v. Chr. als Wälle im Gelände sichtbar.

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    Um den Aufbau der Befestigungen kennen zu lernen, musste 2005 eine Ausgrabung durchgeführt werden, die von der EU-Initiative Leader +, der Oberfrankenstiftung und der deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziert wurde.
    Diese Ausgrabung erbrachte ganz erstaunliche Ergebnisse: Anfang des 13. Jh. v. Chr. hatte man eine 6,6 m breite, etwa 3 m hohe Steinmauer mit einer komplizierten Holzkonstruktion aus sorgfältig gezimmerten Balken errichtet, die einem Schadensfeuer zum Opfer gefallen ist.

    Ob es sich um eine natürliche Brandkatastrophe oder um ein kriegerisches Ereignis gehandelt hat lässt sich archäologisch nicht mehr ermitteln.

    Diese Mauer zog sich entlang der beiden Hangkanten des Sattelbereichs und integrierte großenteils die anstehende Felsrippe, von der man Steinmaterial abtrug, um es zum Bau der Mauer zu verwenden.
    Die Mauer und alle folgenden Mauern trugen eine hölzerne Brustwehr, um die Verteidiger vor Beschuss zu schützen.
    Im 9. Jh. v. Chr. errichtete man über der älteren Mauerruine eine neue 3 m breite
    und 3 m hohe Mauer.

    Hierbei handelte es sich um eine sogenannte Pfostenschlitzmauer, das heißt eine Trockensteinmauer, die durch senkrechte Pfosten auf ihrer Innen- und Außenseite gestützt wurde und die man mit schräg verlaufenden Ankern verbunden hatte.
    Auch diese Mauer erlitt durch ein Schadensfeuer ein ähnliches Schicksal wie ihre Vorgängerin.
    Schließlich überbaute man die Ruinen der älteren Mauern zu Anfang des 5. Jh. v. Chr. mit der mächtigen 6,6 m breiten und 3 m hohen Stadtmauer, die das ganze Hochplateau der Ehrenbürg umschloss.

    Rechnet man den Mauerabschnitt auf dem Walberla einerseits und die Befestigung dem Rodenstein andererseits hinzu, so erreicht die Mauer eine Gesamtlänge von ca. 3.500 m .

    Bei einer Breite von durchschnittlich 5 m und 3 m Höhe ergibt das ein verbautes Gesamtvolumen von mehr als 50.000 m³ Steinen.
    Die Ehrenbürg, eine bronzezeitliche und frühkeltische Zentralsiedlung

    Die große Menge qualitätsvoller Fundstücke zeigt, dass sich die Ehrenbürg in diesen 600 Jahren ihrer Geschichte zu einer der bedeutendsten befestigten Zentren Bayerns entwickelt hatte.
    Diese Entwicklung hat sie einerseits ihrer Gestalt als leicht zu verteidigender Inselberg, andererseits der Gunst der Lage nahe der Regnitz, einer der wichtigsten mitteleuropäischen Wasserverkehrswege zu verdanken.
    Etwa um 800 v. Chr. brach die Besiedlung ab. Das hängt wohl damit zusammen, dass sich zu Beginn der Eisenzeit die sozialen Verhältnisse wandeln, weil der von bronzezeitlichen Häuptlingen kontrollierte Kupfer- und Zinnhandel entfällt.
    Dagegen war Eisen überall auf dem Jura erhältlich.

    Nach einer nahezu dreihunderjährigen Unterbrechung beginnt um 520 v. Chr. eine Neubesiedlung, die durch zahlreiche Fundstücke belegt ist.
    Die Befestigung auf dem Rodenstein hatte man in dieser Periode erstmals zu einer Art Akropolis ausgebaut, von der aus der frühkeltische Adel seine Stadt beherrschte.
    Im folgenden 5. Jh. v. Chr. wurde die ganze Ehrenbürg mit einer mächtigen Trockensteinmauer umwehrt, die beiden typischen Zangentore eingebaut und die Anschnittsbefestigungen auf dem Walberla errichtet.

    Die Länge des gesamten Befestigungssystemes betrug 3.500m

    Eine geomagnetische Prospektion des Sattelbereichs zeigte, dass dieser von unzähligen Kellergruben durchlöchert ist. (mehr als 20.000 Gruben)

    Das bestätigten Ausgrabungen bei denen eine große Anzahl nachgewiesen werden konnte.
    Die Gruben enthielten vorzügliche Keramik, Eisengeräte, Bronzefibeln und -schmuckstücke.
    Die dichte Bebauung, in Verbindung mit der starken Befestigung weist auf eine keltische, frühstädtische Siedlung hin. Sie unterscheidet sich eindrucksvoll von den kleinen, gleichzeitigen Burgen, wie dem Schlossberg  bei Burggailenreuth oder dem Heidelberg bei Schweinthal.

    Durch das Bruchstück eines griechischen Glasgefäßes, Henkelbruchstücke slowenischer Bronzegefäße und die tönerne Nachbildung einer etruskischen Kanne hebt sich die Ehrenbürg deutlich von anderen Anlagen ab.
    Sie kann mit frühurbanen Siedlungen, wie dem Glauberg in Hessen oder dem Dürrnberg bei Hallein verglichen werden, zu denen sie über die Achse Donau-Altmühl-Regnitz-Main Kontakt unterhielt.

    Im Fichtig bei Kirchehrenbach liegt ein großes Grabhügelfeld bei dem es sich wohl um den Friedhof der Ehrenbürg handelt.

    Anfang des 4. Jh. v. Chr. wird die Anlage weitgehend geräumt, was mit den historisch überlieferten Keltenwanderungen zusammenhängen dürfte.
    Wenige spätkeltische und spätgermanische Funde zeigen, dass der Berg auch in späterer Zeit aufgesucht wurde, ohne jemals seine ursprüngliche herausragende Rolle wieder zu erlangen.

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 Plan der Magnetometer Prospektion auf der Ehrenbürg mit den Kellergruben

Eine befestigte Mittelpunktsiedlung
(450 v. Chr. – 380 v. Chr.)

Der Übergang zur Frühlaténezeit um die Mitte des 5.Jahrhunderts v. Chr. war in Bayern im Wesentlichen durch Kontinuität geprägt und äußert sich am klarsten im neuen Laténestil. Palisadengehöfte und Herrenhöfe verschwanden, die meisten Siedlungsplätze bestanden jedoch fort – darunter auch viele Höhensiedlungen, die gerade in Franken sehr zahlreich waren.
Allerdings  entstanden jetzt wieder große, befestigte Mittelpunktsiedlungen als Zentren eines ausgedehnten Umlandes.

Unter diesen ist die „Ehrenbürg“ bei Forchheim  sicherlich die bedeutendste.
Nach einer mehrere Hundert Jahre dauernde Unterbrechung wurde sie am Ende des
6. Jahrhunderts v. Chr. erneut besiedelt, allerdings zuerst nur auf 6 ha Fläche.
Im 5. Jahrhundert wurde das Siedlungsareal auf 30 ha ausgedehnt und das Plateau durch eine 6,60 m breite Trockensteinmauer befestigt.

Die Innenfläche wurde sehr intensiv genutzt und ist durch ca. 25.000 in den Fels vertiefte Vorratsgruben gekennzeichnet.
Die reichen Funde liefern nicht nur Hinweise auf spezialisiertes Handwerk, sondern zum Beispiel durch importiertes ostmediterranes Glas oder fremde Bronzeerzeugnisse auch auf eine Oberschicht, die wieder Fernkontakte pflegte.

Damit stellt die „Ehrenbürg“ ein überregionales protourbanes Machtzentrum dar, dessen Bedeutung sich durch eine günstige Verkehrslage, die Nähe zu Erzlagerstätten sowie durch ertragsreiche Böden erklären lässt.
Kurz nach 400 v. Chr. erfuhr die Anlage ein wohl gewaltsames Ende und wurde verlassen.

Der Grund wird in den historisch überlieferten Keltenwanderungen liegen, die in ganz Bayern, insbesondere im Norden, zum Abbruch der Kontinuität führten.

Eine Ausnahme stellt hier lediglich das östliche Maindreieck mit einer bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. andauernde Besiedlung dar.

Auch diese Unruhezeit dürfte durch einen Klimasturz verursacht worden sein.
Dieser zog aber schneller herauf und wirkte sich verheerender aus als derjenige am Beginn der Eisenzeit aus.

Es wird angenommen, dass sich mindestens 1000 Kelten auf der Ehrenbürg angesiedelt hatten. Es könnten aber auch mehrere Tausend gewesen sein.

Anders als beim Oppidum „Menosgada“ (150 v. Chr. – 40 v, Chr.) auf dem Staffelberg bei Bad Staffelstein, erreichte die keltische Ansiedlung auf der Ehrenbürg, nie den Status einer Oppida.

Ansiedlung auf der Ehrenbürg frühe La Téne Zeit 450 v. Chr.,

Staffelberg späte La Téne Zeit etwa 300 Jahre später.

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Luftbild der „Ehrenbürg“ bei Forchheim, mit den beiden Gipfeln „Walberla“ im Norden (Vordergrund) und „Rodenstein“ im Süden (Hintergrund). Dazwischen erstreckt sich sattelförmig das besiedelte Plateau, dessen Umwehrung sich durch Wallanlagen und Felsklippen deutlich abzeichnet.

Klimaverschlechterung

 

Als Auslöser verschiedener Krisen zeichnen sich einerseits klimatische Veränderungen ab: Bereits in der 1. Hälfte des 5.Jahrhunderts v. Chr. kam es nach Ausweis der grönländischen Eiskernanalyse in der gesamten nördlichen Hemisphäre zu einer Abkühlung, der um 400 v. Chr. eine wahrscheinlich durch Vulkanausbrüche verursachte  rapide Klimaverschlechterung folgte.

400 v. Ch. brachen in Mexico der Popocatepetl Vulkan und der Xitle Vulkan aus.
Inwieweit es zu klimatischen Einflüssen in den folgenden Jahren auf Europa kam, läßt sich nur vermuten.

Das sich abkühlende Klima machte die keltischen Siedlungsgebiete in Süddeutschland oder Ostfrankreich selbstverständlich keineswegs unbewohnbar, es könnte aber gerade in den wenigen Generationen zuvor kolonisierten, relativ siedlungsungünstigen Mittelgebirgslagen zu Missernten und damit zu Hungersnöten und Migrationen geführt haben.

Anderseits ist auch  mit einer Erschöpfung eben dieser steinigen und relativ unfruchtbaren Gebirgsböden nach einigen Generationen Ackerbau zu rechnen.

Die nachgewiesenen Klimaverschlechterungen im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. könnten dieses Phänomen zusätzlich verstärkt haben.
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Zu den interessantesten Fundstücken von der Ehrenbürg, gehört eine Schnabelkanne aus Ton, die von einheimischen Handwerkern nach dem Vorbild mediterraner bronzener Schnabelkannen gefertigt wurde.

 

Grundsätzliches zu den Kelten

Wir wissen aus der Schilderung römischer und griechischer Schriftsteller, dass die Druiden, die Seher, geistigen Anführer und Inhaber des keltischen Wissens,
jede Form von schriftlichen Aufzeichnungen untersagt haben.
Folglich fehlt dieser Kultur ein zentrales Kriterium, das landläufig eine Hochkultur kennzeichnet, die schriftlichen Aufzeichnungen und die lebendige Dokumentation ihres Lebens.

Die Druiden sind dinglich und historisch kaum außerhalb der schriftlichen Zeugnisse der griechischen und römischen Schriftsteller fassbar.

Wir müssen uns vor Augen halten, dass die Kenntnisse, die wir heute haben, Ergebnis eines hochkomplexen, archäologischen und wissenschaftlichen Vorgehens sind, das in einem extrem kenntnisreichen Spiel abertausende von Möglichkeiten plausibilisiert und gegeneinander abwägt.  

Neben dem ersten Schritt des Aufspürens der archäologischen Befunde zu interpretieren, gingen doch viele Beigaben aufgrund der der Tatsache, dass organisches Material wie Speisen, Stoffe, gar Holz, im Laufe der Zeit verloren. Eisen rostete und Bronzegefäße zerbarsten unter dem Druck der hohen Grabhügel, wenn die hölzernen Grabkammern in Laufe der Zeit zusammenbrachen und das Holz sich zersetzte.

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Idealtypische Rekonstruktion eines keltischen Paares

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Die Druiden

Schon seit der Antike waren die Druiden, die abwechselnd für Priester, Zauberer, Hexer oder gar Propheten gehalten wurden, immer wieder Gegenstand der Fantasie.
Angesichts dieser weit verbreiteten Hirngespinste ist es notwendig, zu den antiken Quellen zurückzukehren.

Die ältesten Erwähnungen von Druiden finden sich bereits in ersten Philosophie-geschichten des 3. Jahrhunderts v. Chr.

Eine der wichtigsten Quellen ist aber Poseidonis von Apameia, der sich zu Beginn des 1.Jahrhunderts v. Chr. nach Gallien begab und dort persönlichen Kontakt zu einigen Druiden hatte. Er beschrieb sie und ihre Aktivitäten sehr detailreich, was wiederum von Diodor, Strabon und Cäsar in zusammengefasster Form überliefert wurde.

Die Druiden praktizierten Astronomie, eine Wissenschaft, aus der sich in der Folge alle anderen Disziplinen wie Algebra, Geometrie, Erdkunde und Naturkunde ableiteten.

Diese Funktion erschließt sich aus dem Namen, den sie sich selbst gaben – „drouidas“ -, was so viel wie der „Sehr-Weise“ oder „derjenige, der sieht, was der Normalsterbliche nicht wahrnimmt“ bedeutet.

Spätestens seit dem 7./6. v. Chr. Jahrhundert hatten sich die religiösen, philosophischen und politischen Konzepte der Druiden bei der Bevölkerung durchgesetzt.

Ein Jahrhundert später zeugt das Auftauchen und der stetige Ausbau großer Heiligtümer, die einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, welcher weitgehend den Druiden zuzuschreiben ist.

Die Druiden lebten in einer Art Bruderschaft, die von einem Oberhaupt angeführt wurde. Ihre Lehren waren geheim, woher auch das Verbot der Schrift rührt.

Sie glaubten sowohl an die Unsterblichkeit der Seele als auch an eine Art Seelen-wanderung.

Druiden bezahlten keine Steuern und hatten keinerlei militärischen Verpflichtungen.

Möglicherweise wurden sie ganz oder teilweise vom Staat entlohnt, Als Berater der Anführer in konstitutionellen Fragen spielten sie eine entscheidende politische Rolle.

Diese Beratertätigkeit betraf auch religiöse Themen. Druiden hatten die Position von Theologen inne, welche als einzige in der Lage waren, das Wesen  der Gottheiten zu interpretieren.

Sie kannten den Willen der Götter und konnten folglich auch entscheiden, wann und wie Opfer darzubringen waren und ob die Götter durch diese zufriedengestellt waren.
Und schließlich spielten sie  auch noch eine einflussreiche Rolle als Pädagogen.

Die Ausbildung zum Druiden, die ausschließlich mündlich erfolgte und nur auf dem Gedächtnis basierte, dauerte 20 Jahre.

Auf dem absteigenden Ast

Als Poseidonios den Druiden begegnete, war deren Bedeutung schon im Niedergang begriffen.

In weiten Teilen Galliens machten die Einflüsse des römischen Handels, das Eindringen römischer Götterbilder und neuer Produkte sowie der Luxus und Komfort, der sich unter den Adeligen ausbreitete, den von den Druiden gelehrten Puritanismus zunichte.
Möglicherweise stellte seit dieser Zeit das Druidentum nur noch eine Art Ausbildung dar.

Als Cäsar Gallien eroberte, traf er nicht einen einzigen Druiden, und er übersah sogar, dass Diviciacus, der Stammesführer der Haeduer und einer seiner wichtigsten keltischen Verbündeten, nichts anders war als ein Druide – der einzige übrigens, dessen Identität uns heute bekannt ist.

Während eines Aufenthalts in Rom im Jahr 60 v. Chr., bei dem Diviciacus um die Hilfe des Senats bat, offenbarte er Cicero, dass er Druide und auf die Weissagung durch Zahlen spezialisiert sei, woraufhin Cicero ihm antwortete, dass er selbst Augur gewesen war.

Die Kelten und die Schrift
Bereits aus der Aufzählung der Schrifterzeugnisse, anhand derer die verschiedenen keltischen Sprachen erst konstruiert werden können, geht hervor, dass Kelten schreiben konnten.
Sie entwickelten kein eigenes Alphabet, sondern benutzten die von Etruskern, Griechen, Römern und Iberern.

Die Organschrift entstand in Irland erst unter dem Einfluss des lateinischen Alphabets im 3. und 4. Jh.
Die im 2. Jh. n. Chr. vermutlich auf Anregung der alpinen Räter im germanischen Sprachraum entwickelte Runen-Schrift wurde entgegen weit verbreiteter Meinung nicht für das Keltische benutzt.

Den vermehrten gallischen Schriftzeugnissen zufolge benutzte man seit dem 3. Jh. v. Chr. das lateinische Alphabet.

Cäsar schreibt, die Druiden „halten es für Frevel“, ihr gesamtes Wissen „aufzuschreiben, während sie in fast allen Dingen im öffentlichen und privaten Bereich die griechische Schrift benutzen“.

Der Feldherr konnte sich die für ihn befremdlich wirkende Handlungsweise nur so erklären, dass die Druiden ihre Lehre nicht allgemein bekannt machen und die Lernenden zwingen wollten, ihr Gedächtnis zu üben.

Doch mit der Tradition, religiöse und heilige Texte nicht aufzuschreiben, stehen die Kelten nicht allein, auch Griechen und andere antike Völker kannten in diesem Bereich nur die mündliche Tradition:
Nur das gesprochene Wort lebt und der Buchstabe tötet.

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Ein Keltisches Rezept

Ritschert:

100g Saubohne,
50g Rollgerste, (Graupen)
200gr Hirse,
500gr geselchtes Fleisch

Bohnen über Nacht einweichen, dann mit Fuß-, Schwanz- und Kopfteilen von Schwein oder Schaf und der Rollgerste halb weich kochen, Hirse hinzufügen,
zugedeckt im Ofen dünsten, mit Salz, Essig und Kräutern abschmecken.

Viel Spaß beim Nachkochen und Essen, alles auf eigene Gefahr,
übernehme keine Verantwortung für verdorbene Mägen.

Literaturverzeichnis:

Die Kelten, Theiss Wissenkompakt, Dorothee Ade und Andreas Willmy, ISBN 978-3-8062-2115-2
Die Welt der Kelten, Jan Thorbecke Verlag, ISBN 978-3-7995-0752-3
Die Kelten, Druiden. Fürsten. Krieger., ISBN 978-3-89857-275-0
Lokale Arbeitsgruppe Kulturerlebnis Fränkische Schweiz e.V.
Nürnberger Nachrichten

Wikipedia

Eigene Bilder

©Rüdiger Haagen (MdNL)

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